Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kollegen*innen in den Verbänden, Bünden und Vereinen,

zunächst zwei Kurzinformationen:

1. DOSB-Hygiene-Standards

Der DOSB hat am  Donnerstag den bereits angekündigten, TÜV-geprüften Hygienestandard veröffentlicht, siehe Anlage. Er beschreibt in einzelnen Modulen die erforderlichen Hygienemaßnahmen rund um den Sport- und Wettkampfbetrieb. Mit Hilfe der Module können individuelle Konzepte zusammengestellt werden, die allerdings noch um sportartspezifische Aspekte ergänzt werden müssen. Die Verwendung dieser TÜV-geprüften Standards könnte in Genehmigungsverfahren vor Ort eine wichtige Hilfe sein. Wir haben den DOSB gebeten, den Standard möglichst noch um einige Musterbeispiele für Veranstaltungen im Breitensport und wettkampforientierten Breitensport zu ergänzen.

2. Bundesweiter Teamsport

Da uns mehrfach Anfragen erreicht haben, was unter „bundesweitem Teamsport“ zu verstehen ist, hier die Definition laut Coronaschutzverordnung: „Bundesweite Teamsportveranstaltungen sind sämtliche Ligen und Wettbewerbe, an denen Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen können (zum Beispiel: Bundesligen in Fußball, Basketball, Handball, Volleyball oder Eishockey, nationale Pokalwettbewerbe, Spiele der europäischen Vereinswettbewerbe und Spiele der Nationalmannschaften).

Liebe Kollegen*innen,

die starke Dynamik des Infektionsgeschehens in der zu Ende gehenden Woche verunsichert unser Land und damit auch den Sport. Unerwartet hat die Stadt Duisburg vor wenigen Tagen Einschränkungen für den Sport angeordnet, die deutlich über die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes hinausgehen (unter anderem Trainings- und Wettkampfverbot für Kontaktsportarten in öffentlichen Sportanlagen). Dieses Vorgehen hat leider mit der Stadt Bochum heute bereits einen ersten Nachahmer gefunden. Es droht ein Dominoeffekt.

Hiergegen müssen wir aus unserer Sicht ankämpfen, denn das hätte fatale Folgen für die Menschen und unsere Vereine. Ziel muss es sein, einen zweiten Lockdown für den Sport zu verhindern. Ein Schlüssel dazu könnte sein, dass wir uns als organisierter Sport auf einige Leitplanken verständigen, die

  • erstens dazu beitragen, dass die Infektionsdynamik gebremst wird,
  • zweitens der Politik auf lokaler Ebene und Landesebene erneut verdeutlichen, dass wir verantwortungsvoll agieren, so dass sie auf erneute verbindliche Einschränkungen für den Sport verzichten kann.

Solche Leitplanken von LSB/Verbänden/Bünden könnten zum Beispiel lauten:

  • Für den organisierten Sport in NRW steht der Gesundheitsschutz der Bevölkerung an erster Stelle. Deshalb schöpft er angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens die laut Coronaschutzverordnung zulässigen Aktivitäten nicht voll aus und beachtet sorgsam alle geltenden Vorschriften.
  • Wir empfehlen, wo immer möglich, die Sportausübung ins Freie zu verlagern.
  • Wir empfehlen einen Verzicht auf die Nutzung von Duschen auf Sportanlagen.
  • Wir empfehlen eine reduzierte Nutzung von Umkleideräumen (nur da wo unbedingt notwendig und dann in kleinen, der Raumgröße angemessenen Gruppen)
  • Wir empfehlen den vollständigen Verzicht auf geselliges Miteinander vor und nach dem Sporttreiben bzw. vor und nach Sportveranstaltungen
  • Wir empfehlen im Kontaktsport im Training weitgehend auf Übungen zu verzichten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern längere Zeit unterschritten wird.

Dies sind wie gesagt nur Beispiele für einen möglichen Weg, den wir nur gemeinsam gehen könnten. Ein hohes Maß an Pragmatismus und Kompromissbereitschaft hinsichtlich etwaiger Formulierungen und ihrer verbindlichen Nutzung durch alle Mitgliedsorganisationen des Landessportbundes wäre unabdingbare Voraussetzung für das notwendige schnelle Handeln. Wir freuen uns zunächst über jede Rückmeldung zu unserer Idee und werden am Montag erneut auf Sie zukommen. Unabdingbar wäre auch eine enge Einbindung der kommunalen Spitzenverbände. Hierzu bietet sich bereits am Dienstag eine erste Möglichkeit, wenn wir wie üblich an der Sportausschuss-Sitzung des Städtetages NRW teilnehmen werden.

Ihnen einen schönen Sonntag und

herzliche Grüße

Ihr                                Ihr

Stefan Klett                  Dr. Christoph Niessen

Präsident                      Vorstandsvorsitzender